Die Grundlage für meine Microblogs ist das sogenannte RSS, welches wiederum von sehr vielen Websites und Diensten ausgegeben wird: Mittels RSS ist es möglich, die Inhalte von Websites und Seiten auch ohne Browser abzurufen, zu lesen und, wie in meinem Fall, weiterzuverarbeiten.
Ich möchte das anhand eines konkreten Beispiels erklären.
Ich wollte, dass bestimmte Bücher, die ich auf Goodreads1 hinzufüge, von dort ausgelesen werden, um dann als Link zu eben diesem Buch auf meiner Website, aber beispielsweise auch auf der Social-Media-Website Threads2 gepostet zu werden. Nicht alle Bücher, die ich lese, sondern nur bestimmte.
Also erstellte ich eigens dafür ein sogenanntes Shelf auf Goodreads, gab diesem Bücherregal einen prägnanten Namen und fing mit der Umsetzung und dem Testen mittels des selbstgehosteten Automatisierungsdienstes Huginn3 an, Titel und Autor(en) aus dem von Goodreads per Bücherregal erzeugten RSS-Feed auszulesen, zu verarbeiten und für die Zielplattformen aufzubereiten.

Da ich, anders als bei dem System, das ich im Artikel Persisting Context: Kontext erhalten mit Index-Posts beschrieb, absolut keine Lust mehr dazu hatte, alles auf Threads (und anderswo) von Hand als Antwort auf einen vorhergehenden Post einzufügen, schrieb ich einen Post als „Anker“ und richtete Huginn so ein, dass es die Bücher aus dem entsprechenden Goodreads-Bücherregal als Antworten auf diesen Anker automatisch veröffentlichen soll.4

Glücklicherweise kann man mittels Huginn auch APIs verwenden, sodass sich jetzt die Microblogs immer auf einen Anker beziehen können. Dabei entsteht eine flache Hierarchie im Gegensatz zu den Threads, die ich früher noch von Hand innerhalb der Social-Media-Sites einfügen oder anfügen musste.
Ich denke, was ich programmatisch lösen kann, sollte auch möglichst so gelöst werden. Ziel dieses Projekts ist es, Aufmerksamkeit zu generieren und auch andere Gestalter und Designer zu finden, die ähnliche Interessen haben, um mit ihnen in einen Dialog treten zu können, der asynchron geführt werden kann und persistent erhalten bleibt.
Ebenso überarbeitete ich noch die Kategorien Notiert sowie Schaut, nachdem die Kategorie Liest nun auch auf meiner Website durch diese eigens von mir erstellte Pipeline befüllt werden konnte: Ich kann jetzt ganz gezielt Inhalte festhalten und teilen, ohne dabei meine Arbeit und mein Leben in eine Art Live-Feed zu verwandeln.
- Eine Website, auf der man seinen Lesefortschritt öffentlich festhalten kann, Account vorausgesetzt. ↩︎
- Ein Social-Media-Dienst von Meta, von denen auch Facebook und Instagram sind. Twitter sehr ähnlich und überraschend populär in DACH. ↩︎
- Mehr über huginn und wofür man es noch verwenden kann, findet man auch hier auf der zugehörigen Github-Seite. ↩︎
- Der Verwaltungsaufwand dazu fraß enorm viel Zeit, da ich entweder selbst sehr lange scrollen musste, um den vorhergehenden Post zu finden auf den ich antworten wollte, oder aber ständig plattforminterne Lesezeichen hinzufügen und entfernen musste. Eine stumpfsinnige Verwendung der eigenen Lebenszeit. ↩︎



